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Folgenden Conbericht zum Conquest of Mythodea 2005 haben Anna? und Gregor zusammen mit Ingo Radler für das Grosse Heer als Gemeinschaftsreview verfasst. Es sollte alle möglichen Kritikpunkte der Heerleute einfangen. Wir können es jedenfalls so unterschreiben.

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Vorbereitungsphase:

Im Vorfeld war der Kontakt zur Archiv/CoM-Orga etwas zäh. Mails mussten mehrfach geschrieben werden, Antworten ließen auf sich warten, scheinbar gab es unklare Kompetenzen, was uns eindeutige Absprachen erschwert hat. Was aber fest vereinbart war, wurde dann so auch umgesetzt und alle gegebenen Zusagen seitens der Archiv/CoM-Orga eingehalten. Positiv auch die gute Zusammenarbeit mit unserer Aufbau-Orga.

Schwierigkeiten ergaben sich, weil einige Leute ihre Tickets nicht zugeschickt bekommen hatten. Eine Woche vor der Veranstaltung ist einfach zu kurzfristig! Ebenso wäre es wünschenswert, dass die Eintrittskarten direkt mit Namen versehen sind, sowie in einem verschlossenen Umschlag inklusive ausführlicher Wegbeschreibung versendet werden. Auf diese Weise landen die Karten dann nicht mit den anderen Webeprospekten im Mülleimer.

Denkbar wäre beispielsweise, dass den Spielern rechtzeitig vor Conbeginn ihre Anmeldenummer mitgeteilt wird, und die Spieler selbst verpflichtet sind, die Nummern an den Waffen anzubringen, wenn sie sicherstellen wollen, dass sie ihre Waffen mit geringstmöglichem Aufwand wieder zurückbekommen. Dies hätte mit Sicherheit den Check-In um einiges erleichtert.

Vor Ort:

Vor Ort ergaben sich erste Unannehmlichkeiten - aufgrund der ungünstigen Lage der Parkbuchten hatten die Heeresleute ihr Gepäck ein ganz schönes Stück zu tragen.

Bei der SL-Ansprache gab es einigen Unmut - inhaltlich wurde ein bisschen der Eindruck erweckt, die SL hielte die Spieler des Heeres für einen Haufen verantwortungsloser Suffköppe, die auf Cons eine Straftat nach der anderen begingen. Soweit etwas sonderbar, aber im Rahmen. Dann folgte allerdings ein völlig überraschender Punkt: Jede unfreiwillige Übertragung von IT-Geld (z.B. durch Plündern, Erpressen) war verboten! Dieben, während der Bestohlene nicht anwesend ist, zu verbieten, mag auf einem Großcon sinnvoll sein. Diese Regelung dagegen ist für uns indiskutabel! Eine Begründung für diese seltsame Regelung (von der im Vorfeld des Cons nie die Rede war, auch nicht im Regelwerk) gab es nicht. Es ist unwahrscheinlich, dass das Große Heer eine Veranstaltung mit dem Wissen um diese Regelung besucht hätte oder nochmals besuchen wird.

Spielgeld ist SPIELGELD, das extra dazu da ist, dass es im LARP auf irgendeine Art seinen Besitzer wechselt! Wir wollen natürlich nicht darauf bestehen, dass die Orga jeden Spieler, der sich OT weigert, sein IT-Geld herzugeben, dazu zwingt. Dass die SL aber explizit die stillschweigende Übereinkunft unter Larpern auflöst, nach der IT-Geld kein OT-Besitz ist, sondern SPIELGELD, das uneingeschränkt zum Spiel da ist, hat uns den Spielspaß enorm beschnitten! So erzieht und unterstützt man Pappnasen.

Im Allgemeinen gab es einige unangenehme organisatorische Mängel: Obwohl der normale Waffencheck schnell abgeschlossen war, mussten unsere Leute auch am zweiten Tag noch STUNDEN anstehen, um ihre Bögen und Pfeile an der einzigen dafür eingerichteten Stelle eingecheckt zu bekommen. 3 Stunden waren leider durchaus nicht selten. Der separate Check für Schusswaffen ist prinzipiell eine gute Idee, ist aber praktisch miserabel umgesetzt worden. Ebenso wurde die Palisade mal wieder viel zu spät abgenommen, genau wie die schweren Belagerungswaffen, was uns um einige schöne Kämpfe gebracht hat. Die endgültige Abnahme erfolgte erst Donnerstag abend…

Insgesamt müssen wir sagen, dass die uns gegebenen Zusagen allesamt eingehalten wurden. Allerdings wurde dies durch andere Dinge wieder soweit kaputt gemacht, dass wir unsere Möglichkeiten kaum nutzen konnten. Wer eine so schöne Palisade hinstellt, will auch mal ernsthaft belagert werden! Ein einziger halbherziger Angriff lohnt den Aufwand wirklich nicht! Die IT-Geld-Sache hat uns ebenfalls sehr hart getroffen. Nordleute verdienen ihr Geld - jedenfalls im Heer - nunmal hauptsächlich durch Raub und Plünderungen. Insofern wurden uns zwei wesentliche Spielelemente genommen.

Im Spiel:

Während des Spiels punktete unsere SL dagegen mehrfach: Gute Erreichbarkeit, super Überblick bei der Belagerung und voller Einsatz für unsere Angelegenheiten. Insbesondere Clemens möchten wir hier lobend erwähnen!

Das Gelände war für einen Großcon sehr gut geeignet - es war genug Platz in den Lagern und auch dazwischen. Sanis waren etwas weit weg. Die Lage hinter dem NSC Bereich (auf der anderen Straßenseite) war doch recht weit um einfache Unfälle zu melden und behandeln zu lassen.

Die Toiletten auf dem Con waren fast immer super sauber. Von unserer Seite daher keine Klagen. Gemessen an der Qualität der meisten vergangen Veranstaltungen in dieser Größenordnung ein großer Bonuspunkt.

Positiv: Der Aufbau der Stadt. Sehr schön und stimmig, so mancher Mittelaltermarkt hätte sich da was von abgucken können! Es hat wirklich großen Spaß gemacht, durch die Stadt zu gehen und sich die ganzen Stände anzusehen. Ebenso war das Angebot an Bands wieder super, einen Bardenwettstreit und eine Arena gab es ebenfalls. Also Daumen hoch! Ein kleiner Negativpunkt ist die schlechte Ausleuchtung der Stadt nachts, die Zeltschnüre haben daher teils zu vermeidbaren Unfällen geführt. Es gab ein schönes, großes Händlerangebot und die Tavernen sind gegenüber dem vergangenen Jahr deutlich besser geworden: Das “Jeffrey’s” war um einiges größer und stimmungsvoller, und auch die “Vier Winde” hatten einiges getan, um das Ambiente zu verbessern und zumindest von innen nicht nach OT-Bierzelt auszusehen - auch wenn von außen noch einiges zu tun ist!

Das Fundbüro war klasse sortiert und organisiert, der Vorteil des aufwändigen Pfeil-Check-Archiv/INs machte sich hier bemerkbar: Die Pfeile konnten durch Aufkleber eindeutig ihrem Besitzer zugeordnet werden.

Ein sehr großer Negativpunkt für uns waren die Rüstungen des schwarzen Eises. Das große Heer hat zum größten Teil gegen das schwarze Eis gekämpft, trotzdem - oder besser vermutlich gerade deswegen - hatten wir so viele zerschnittene Waffen, wie nie zuvor. Diese Häufung war wirklich extrem auffallend! Wir vermuten, dass hierfür die mangelhafte Qualität der NSC-Rüstungen eines bekannten Sponsors der Veranstaltung, insbesondere die hierauf montierten Klingenbrecher, verantwortlich sind, anders können wir uns das nicht erklären. Sollte sich hier nichts gravierend ändern, wie es bereits letztes Jahr versprochen wurde, kann der Besuch mit allem außer selbst-zusammengebastelten Tapewaffen Marke billig & schnell wirklich nicht empfohlen werden. Die Kosten, die uns durch eingeschnittene Waffen, teils mit abgeschnittener Spitze, entstanden sind, übersteigen bei manchen unserer Telnehmer den Conpreis bei weitem!

Was ebenfalls sehr sehr negativ für uns war: Die Orga hatte wohl etwas gegen SC vs. SC-Aktionen. Der erste Angriff unsererseits auf das Orklager wurde mit “Windstoß 200″, “5 - 10 direkt im Umkreis von 5 m” und ähnlichem ziemlich erschwert. Der nächste Angriff unsererseits erfolgte 10 min nach der Endschlacht, um unsere Toten zu rächen. Der Heerkönig wurde von der SL gebeten, den Angriff abzusagen, aber er meinte, völlig zu recht, dass er die Leute IT-motiviert nicht aufhalten kann und will. Sowas wäre politischer Selbstmord und hätte auch nicht zum Charakter gepasst. Daraufhin wurde das Orklager geräumt, mit der Begründung, dass “die Nordleute voll besoffen anrücken und den Orks OT aufs Maul hauen wollen”. Entsprechend haben wir niemanden IT angetroffen. Für dieses Gerücht hat sich unsere Lager-SL bei der Abschlussansprache im Namen der Orga entschuldigt und versprochen, eine Gegendarstellung auf der Homepage zu veröffentlichen.

Plot: Eine sehr gute Idee für den Plot war grundsätzlich, einen Einherjer (von den Göttern zur Erde gesandet Krieger, einer der Gefallenen aus Walhalla) zu senden, der zur Abwechslung statt Kämpfe ein Festmahl veranstaltet haben wollte. Und zwar für die Heerführer der anderen Lager. Das Festmahl war vorzüglich und genial gemacht (“wie füllen wir die anderen Anführer möglichst effektiv ab? *ggg*”), es gab tolle Sachen wie “Ei in Weinsoße”, “Geflügelspieße mit Nuss-Dip”, Kuchen, etc., insgesamt 5 Gänge.

Prinzipiell eine super Idee, aber, wie eigentlich auf jedem Großcon bemängelt: Wer einen Einherjer spielt, MUSS sich auskennen. Bei einem Lager wie dem unseren, das 100% Wert auf Nordmannspiel legt, führt da kein Weg dran vorbei. Das fängt schonmal damit an, dass der Einherjer einfach einmarschiert und sich auf den Heerkönigsthron setzt - und sich dann wundert, warum versucht wird, ihn zu erschlagen. Eiserne Regel: Gastfreundschaft gilt erst dann, wenn sie ausdrücklich gewährt wurde! Und die wird frühestens dann gewährt, wenn sich der Betreffende angemessen vorstellt! Ebenso ist eine absolute Unsitte, den gegnerischen Heerführer des Schwarzen Eises mit einzuladen. Nordleute machen sowas nicht - derartiges gibt es nur bei den Skraelingern. Leider bestand der Einherjer auf dessen Anwesenheit, typisch wäre gewesen, ihn auf der Stelle totzuschlagen. Für die Zukunft bieten wir gerne an, jeden NSC, der eine Figur mit nordischem Hintergrund darstellt, angemessen zu briefen. Dazu muss er allerdings etwas Zeit mit bringen! D.h. falls möglich bereits vor dem Time-In oder besser noch vor der Veranstaltung mit uns Kontakt aufnehmen.

Unser besonderer Dank gilt dem Elbenlager für die tolle Zusammenarbeit und für die geniale Elbendarstellung, bei der einem manchmal wirklich die Spucke wegblieb. Insbesondere der Einmarsch am Samstag abend in unser Lager, mit Glöckchen, Fackeln, leisem Gesang - wahnsinnige Stimmung, ganz großes Kino zum mitmachen! Smile Das große Heer hofft sehr auf weitere Zusammenarbeit und evtl. mal ein gemeinsames “Helms Klamm”.

Ebenso danken wir dem Orklager für die alte und fortbestehende Feindschaft, die - soweit möglich - schönen Kämpfe und dafür, dass die Toten auf beiden Seiten ohne großen OT-Groll hingenommen wurden. Was wären wir ohne einen würdigen Gegner? Schön war auch, dass zwar alle möglichen Leute die Gerüchte um besoffene Orks und besoffene Nordleute aufgegriffen und weitergetragen haben - dass aber Gott sei Dank weder die Orks noch das Heer etwas darauf gegeben haben.

Noch ein Negativpunkt: Touristenführungen. Diese sind an sich schon extrem störend. Dass sie sogar auf dem Schlachtfeld rumstehen, auf Aufforderung nicht weichen und sich dann aufregen, wenn sie von nichts ahnenden Spielern angegriffen werden, ist wirklich sehr ärgerlich. Ebenso bestand für deren Hunde offensichtlich keine Maulkorb-Pflicht (oder sie wurde nicht durchgesetzt). Wenn es denn unbedingt sein musste, hätte so etwas auch auf den ersten Tag beschränkt werden können! Wenn tatsächlich nur Führungen für Anwohner angeboten wurden, muss ganz Brokeloh gekommen sein… Sehr ärgerlich war auch, dass sich Leute auch auf die Bitte durch die Torwache hin, als Ungewandete draußen zu bleiben, weil wir viel Wert auf unser Ambiente legen, zutritt zu unserem Lager “verschaffen” konnten, indem sie auf eine offizielle Erlaubnis, sich überall aufzuhalten verwiesen haben. “Wir können uns auch eine Unterschrift von xy besorgen”. Danke!

Fazit: Natürlich gibt es innerhalb unseres Lager viele verschiedene Stimmen für ein Resümee. Manche sind sehr verärgert, andere sind froh dabei gewesen zu sein, manche waren begeistert. Alles in allem kann man aber sagen, dass wir nach einer Großveranstatung schon euphorischer nach Hause gefahren sind und dass wie immer das interne Wikingerspiel das schönste am ganzen Con war.

Interner Bereich
  Zuletzt geändert am 26 September 2006 13:16 Uhr  
   
   
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