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Der König von Thule

 T.: Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)
 M.: Karl Friedrich Zelter (1758–1832)


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 Es war ein König in Thule,
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 Gar treu bis an das Grab,
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 Dem sterbend seine Buhle
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 einen goldnen Becher gab.

 Es ging ihm nichts darüber,
 Er leert’ ihn jeden Schmaus;
 Die Augen gingen ihm über,
 So oft trank er daraus.

 Und als er kam zu sterben,
 Zählt’ er seine Städt’ im Reich,
 Gönnt’ alles seinen Erben,
 Den Becher nicht zugleich.

 Er saß beim Königsmahle,
 Die Ritter um ihn her,
 Auf hohem Vätersaale
 Dort auf dem Schloß am Meer.

 Dort stand der alte Zecher,
 Trank letzte Lebensglut
 Und warf den heil’gen Becher
 Hinunter in die Flut.

 Er sah ihn stürzen, trinken
 Und sinken tief ins Meer.
 Die Augen täten ihm sinken,
 Trank nie einen Tropfen mehr.

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  Zuletzt geändert am 20 Februar 2008 19:34 Uhr  
   
   
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