|
Wie ich wieder einmal Antarion fandIch blieb noch ein wenig bei Omi, doch irgendwann sagte sie zu mir, ich solle Antarion suchen. Sie sagte, da wir ihm eine so tolle Geschichte geschrieben haben, müsste er sie auch lesen. Also brach ich auf nach Hawen. Denn wer, wenn nicht die Rondusianer, würden wissen wo er gerade steckte. Es war nicht mehr weit nach Hawen, da spielte ich an einem kleinen Fluss. Ich ließ kleine Boote aus Stöckchen herabfahren und balancierte über einen Ast, der über den Fluss führte. Dann sah ich, dass jemand hinter einem Baum verstecken spielte. Ich lief hin und sagte, dass ich sie gefunden hatte, das war nämlich ein Mädchen. Doch sie sagte, sie spielte gar nicht verstecken und sie sagte mir auch gar nicht, was sie da überhaupt machte. Eigentlich wollte sie da sitzen bleiben, aber ich sagte ihr, sie kann ruhig mit mir mitkommen. Ich wusste ja schließlich, dass Menschen immer Angst haben, alleine umherzuziehen. Weiß gar nicht, warum Menschen da so komisch sind. Naja, ich hab ihr jedenfalls erstmal einen Keks gegeben. Und dann hab ich ihr erklären müssen, dass ich kein Kind bin. Naja, wie immer eben, wenn die Leute nicht wissen, dass ich ein Kender bin. Ich hab ihr noch mein kleines Büchlein gezeigt. Weiß gar nicht mehr warum, wahrscheinlich hatte sie mich danach gefragt. Auf jeden Fall war sie verwirrt, denn sie wusste nicht wie sie heißt. Sie konnte sich nicht zwischen Ari und Ariana entscheiden. Zum Schluss haben wir uns auf Ari geeinigt. Dann sind wir losgezogen und schon nach kurzer Zeit kam eine Reisegruppe auf uns zu. Was hab ich mich da gefreut, endlich mal wieder nicht ganz so allein zu sein. Ich bin losgelaufen, und was meinst du, wie überrascht ich war, dass ich ganz viele Leute kannte. Ich knuddelte erstmal Vina und dann Antarion. Ja, ich hatte ihn tatsächlich schon gefunden. Ich bin eben ein großer Held, was das Finden von Sachen und Hoipolloi betrifft. Auch Turael war dabei. Und Kendal, der Geschichtenerzähler und Harradings, der Musikant und Brin, der schon mal tot war – wie ich auch. Später habe ich auch Daron, Faron, Emma, Tulgor und Glennean kennengelernt. Der Brin ist erstmal Ari hinterher gerannt. Die hatte sich nämlich schon wieder hinter nem Baum versteckt. Dabei hatte sie mir doch gerade erzählt, dass sie unschuldig ist und sie eigentlich nicht in den Kerker gehört. Aber so richtig schien sie daran nicht zu glauben. Antarion hat sie dann gefragt, was eigentlich passiert ist. Und dann erzählte sie noch mal, dass der Herr von der Brücke gefallen und weg geschwommen und wahrscheinlich tot ist. Da wurde Antarion ganz schrecklich wütend, aber ich sagte ihm, dass Ari nichts dafür kann. Da war er dann ganz lieb zu ihr und sagte, sie solle sich keine Sorgen machen und dass sie bei uns in Sicherheit ist. Wir sind dann nämlich doch nicht nach Hawen gegangen, sondern mit Antarion mit. Und Ari sollte dann einen neuen Herren haben, nämlich den von Winterstein, der ja eigentlich Tulgor – so ähnlich wie Tulkor, bloß dass der keinen Beinamen, aber später dann doch einen hat – heißt. Dem Kendal habe ich dann irgendwann erklärt, warum ich ein Regenbogengoblinkriegsversorgungskender bin. Der Regenbogengoblin wegen der Orks, bei denen ich mal gewohnt habe. Damit die denken ich bin ein Goblin und damit sie mich dann nicht fressen. Kriegskender hat mich Vrazuun mal genannt, weil ich so tapfer bin und dann hatte er mir ja den Kenderzweihänder geschenkt. Und Versorgungskender bin ich seit unserem Ausritt mit Sir Lornalth. Da hab ich nämlich alle mit Kenderkeksen versorgt. Aber auch hier auf dem Weg nach Winterstein hab ich die anderen versorgt, mit Riesen- und mit Kenderschokolade. Bin noch am Überlegen, wo ich Elfen-, Zwergen- und kleine Feenschokolade herbekomme – ganz wie im Kenderlied besungen. Jedenfalls taten mir dann irgendwann die Füße weh. Hatte mir nämlich den Tag davor meine alten Schuhe gegen neue getauscht. Die waren dummerweise viel zu klein. Also hab ich die Schuhe ausgezogen und bin barfuß weiter, ganz so, wie es die Hobbits machen. Die Menschen haben mich dann ganz komisch angeguckt. Dann hab ich Antarion seine Geschichte geschenkt. Er fand sie ganz toll, so dass er sie auch sofort gelesen hat. Den anderen hab ich die Geschichte direkt so erzählt, weil Antarion zurückblieb und so die Geschichte nicht vorlesen konnte. Und dann hab ich mich bei Kendal noch für die schöne Schattentheatergeschichte bedankt, die er meiner Omi für mich gegeben hatte. Und ich hab ihm vorgeschlagen, abends Schattentheater zu spielen, genau die Geschichte. Er wollte nicht, weil er keine Figuren hatte. Aber als ich ihm sagte, wir könnten meine nehmen, war er einverstanden. Irgendwann haben wir eine Pause gemacht. Die Faron hat dann meine Füße verbunden, weil die Blasen hatten. Und sie wollte kein Silber dafür haben. Aber das nächste mal, wenn ich sie sehe, schenke ich ihr was. Versprochen. Jedenfalls dachte die, dass Kender Angst vor Wasser haben. So ein Quatsch, das sind doch Zwerge! Dann habe ich mit Vina um die Wette geflötet und dann mit ihr Sachen getauscht. Die anderen fanden das Herz- und Knochenspielzeug so interessant. Als das entzwei war, haben Vina und ich jeweils eine Hälfte behalten. Die basteln wir wieder aneinander, wenn wir uns wieder sehen. In meiner Kiste fanden wir dann auch ein Buch von Kendal. Darin ging es um die Wahrheit. In der Kiste war das genau richtig, denn da war was versteckt, aber das wussten wir erst viel später. Weil erstmal kamen so doofe Wegelagerer, die behaupteten für Tulgor Geld zu sammeln. Statt es ihm aber zu geben, haben sie uns angegriffen und wurden dann totgehauen. So was macht man doch nicht. Wir sind dann weitergewandert. Tulgor erklärte mir dann, was beminnen ist, nämlich wenn man einer Frau Gedichte vorträgt, weil man sie mag. Und singen kann man auch. Aber man muss die Frau gar nicht wirklich mögen, sondern es reicht auch, ihr die Ehre zu erweisen, was auch immer das heißen mag. Jedenfalls hat Antarion dann Tulgor ein Geheimnis verraten. Aber darüber weiß ich ja überhaupt gar nix. Sie haben mich ja schließlich weggeschickt, stimmt’s? Als wir ein paar Stunden gelaufen sind konnte ich nicht mehr, weil die fiesen Steine viel zu spitz waren. Da haben mich dann der liebe Daron und der liebe Turael getragen. Auch wenn ich ihnen sagen musste, wie das viel besser ging. Da haben sie gestaunt. Und die Faron hatte eine ganz tolle Idee, nämlich mir aus ihrem Ledersäckchen Schuhe zu machen. Dann konnte ich sogar wieder über Steine laufen. Faron ist genauso schlau, wie mein Onkel Pampel, der schon überall auf der Welt war! Als wir dann im Gasthaus ankamen, haben Kendal, Ari und ich ein Schattentheaterfigurenauswahltreffen gemacht. Dazu hab ich alle meine Beutel ausgekippt und wir haben geguckt, welcher Gegenstand welche Rolle am besten spielen kann. Es kamen immer wieder Neugierige rein, die ich rausgeschmissen habe. Es war ja schließlich ein Geheimnis, dass wir nachher Theater spielen wollten. Aber Tulgor hab ichs verraten, weil er so lieb gefragt hat. Irgendwann ist Ari dann in den anderen Raum gegangen, dabei waren wir noch gar nicht fertig mit dem Aussuchen. Und Kendal ist dann irgendwann hinterher gegangen. Und alleine aussuchen war langweilig, dann bin ich auch mit rüber. Und dann war da jemand, ein Mann mit einer Kopfwunde. Ich hab zugeguckt, wie Vina die Wunde genäht hat. Glennean hat das aber merkwürdig erklärt, dass man ausgefranste Wundränder abschneiden soll. Das hab ich bei den Orks ganz anders gelernt. Wenn man das abschneidet, gibt’s doch gar keine schönen Narben. Ari hatte sich neben den Mann gesetzt, aber auf den Boden. Wusste ich doch, dass sie verwirrt ist. Wer hockt schon gern auf dem Boden? Aber viel interessanter, war das Lederbändchen auf dem Tisch. Ich machte ein paar Schleifchen darein. Da wachte der Mann auf. Tulgor unterhielt sich mit ihm und da kam schließlich raus, dass Ari seine Sklavin ist. Ich habe Glennean dann erzählt, dass ich auch mal eine Sklavin hatte, die hatte ein Silberstück gekostet. Aber natürlich hab ich die dann sofort freigelassen. Hätte ich auch gemacht, wenn Mahagon nicht die ganze Zeit rumgemault hätte, dass Sklaverei was Böses sei. Aber was das genau ist, konnte er mir auch nicht sagen. Im Gegensatz zu Antarion, der es mir dann erklärte. Man muss nämlich als Sklave alles machen und wenn nicht, wird man gehauen. Das ist total blöde. Und deswegen durfte dann Antarion den bösen Mann verhauen. Und dann wurde er gefesselt und in den Keller gesperrt. Also der böse Mann, nicht Antarion. Nach dem Essen haben wir das Schattentheater zeigen wollen. Doch zuerst mussten wir ein Segel für das Schiff bauen. Kendal sollte mir dabei helfen und mir die Ledereinlage aus meiner Kiste geben. Und da hat er doch tatsächlich in meiner, also in Onkel Pampels, alter Kiste ein paar verbrannte Papierfetzen gefunden. Allerdings konnte man da gar nix drauf lesen. Er wollte sie jedenfalls in den Tempel bringen, genau wie Ari auch. Weil Antarion nicht wollte, dass Tulgor sie bekommt. Jedenfalls spielten Turael und ich dann die Schattenfiguren, Vina machte Musik und Kendal las die Geschichte vor. Ich hab ihn danach noch darauf hingewiesen, dass er in Zukunft unbedingt den Hai nicht vergessen darf, als Harald ins Wasser gesprungen ist und ihn erschlug, haben sich nämlich alle gefreut. Vina sang danach noch Lieder. Zum Beispiel das vom nackten Elfen und Daron sagte bei dem Lied, dass er genau das gleiche durchgemacht hatte. Der Arme. Und dann sang sie das Jägerlied, wo jeder von den Jägern drin besungen wird. Aber Antarion kam auch drin vor und diese Lauteneinsperrerin Mara. Vina sang, dass die beiden fast zu Brei geschlagen worden wären. Und eine Strophe ging um Tulgor sein Gemächt. Der kam dann auch kurze Zeit später und hat Vina gefragt, ob sie wieder von Sir Winnie gesungen hätte. Da hab ich ihm gesagt, dass meine Oma auch Winnie heißt. Da haben alle gelacht, ich weiß gar nicht warum. Ich weiß auch nicht was ein Gemächt ist. Ist wohl ein andres Wort für großer Bruder, wenn ichs recht bedenke. Jedenfalls soll der von Tulgor alt und schrumplig sein, so wie meine Omi. Wir haben dann noch Orks und Krieger gespielt. Da haben die doch glatt behauptet, ich hätte geschummelt? Im Gegenteil. Ich hatte Ari einen meiner Würfel geschenkt, damit sie nicht gleich als erste verliert. Irgendwann war ich dann aber so müde, dass ich mir ein Zimmer aufgeschlossen habe und dort dann in den weichen Federbetten versunken bin. (Fotos) « Im Lande Ruwenien | HeppiBeutelchen | » |
![]() |
||||||||||||||||||||||||||
| Zuletzt geändert am 11 März 2008 20:57 Uhr | ||||||||||||||||||||||||||||
| Impressum Kontakt | Bearbeiten - Ältere Fassungen - Druckansicht - Aktuelle Änderungen | |||||||||||||||||||||||||||