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Auf der Insel Traak (oder: wie ich den Todesritter besiegte)

Lange Zeit war ich unterwegs, habe viele Dörfer und Städte besucht. Viele Geschichten könnte ich darüber erzählen, aber so richtig spannend wurde es erst wieder, als ich eines Abends in einer Taverne einkehrte.

Der Wirt war nett, aber auch dumm. Hat er mir doch tatsächlich Essen, Trinken und Unterkunft für ein Geldstück gegeben. Und dazu hat er mir noch 7 Geldstücke wiedergegeben. Naja, da beschwer ich mich doch nicht. Ist doch immer wieder interessant, wie die Hoipolloi Sachen für dieses komische Geld tauschen. Genau wie diese Frau mit dem Klimpergürtel. Ich gab ihr ein Geldstück und sie gab mir eine Klingelklimpermünze von ihrem Gürtel. Und die andere Frau (Dia hieß sie, wie sie mir nachher erzählte) schenkte mir ein Beutelchen, damit ich nicht tausche. Hab ich dann aber trotzdem gemacht.

Später kamen noch ein paar Ordensbrüder in die Taverne. Das weiß ich daher, weil Antarion mir beschrieben hat, wie die aussehen. Und wisst ihr was, der eine wusste sogar, wer ich bin! Das war toll, ich bin berühmt! Derjenige war ein Priester und hieß Arin. Und da waren da noch Reyk, der Quartiermeister, Brin, der Knappe, dem der Ritter fehlte, weil der nicht hier am Treffpunkt erschienen war und Dietbert, ein Kämpfer vom Orden. Da es immer Spaß gemacht hat, mit Antarion zu reisen, schloss ich mich der Gruppe an. Es roch nach Abenteuer und so war es dann auch.

Auch Dia schloss sich unserer Gruppe an und so reisten wir zu der Insel Traak. Hach, wie liebe ich es mit dem Schiff zu fahren. Der Sturm war herrlich. Da oben in den Seilen herumzuklettern, der Wind, der einen fast davonpustet, Blitze, Donner, und immer diese tollen Wellen! Das war richtig aufregend!

Aber bald schon waren wir auf der Insel. Wir sind zu einer Burg gewandert, weil da eine Prinzessin unsere Hilfe brauchte. Eine echte Prinzessin! Auf dem Weg dahin trafen wir Jakob und Johanna. Die schlossen sich uns an und Jakob hatte ganz viele Spiele dabei und hat mir versprochen, soviel mit mir zu spielen, wie ich möchte. Und so trafen wir bei der Burg ein.

Doch kaum hatten wir unsere Zelte aufgeschlagen, gab es ein Erdbeben. Später wussten wir auch warum. Das war nämlich ein echter Dämon gewesen, der einmal stark aufgestampft hatte. Und wisst ihr was, dadurch hat sich die Welt der Lebenden und Toten verschmolzen! Ja, wirklich! Da liefen auf einmal nämlich Geister rum. Und die eine hat ihren Mann gesucht und der andere seine Katze und dann waren da die Nordleute, die böse auf ihre Götter waren, weil die sie nicht aufgenommen hatten.

Aber vorher konnten wir in der Küche noch was zu essen ergattern. Und auf einmal kamen da ganz lustige Ritter rein. Jeder von denen hatten einen Hut mit einer wunderschönen wuschel-kuschel-puschel-Feder. Und wie die gesprochen haben: „’allo, mein Name ist Jaques Boubou. Meine Freunde und isch sind ‘ier auf die Bürg und wir ‘aben da eine Fragé.“ Sie wollten wissen ob das Essen vergiftet ist und dann hat Arin gezaubert und gesagt, dass das ja gar nicht stimmt und da haben sich die lustigen Ritter gefreut.

Und auf einmal wurde die Burg angegriffen. Aber da ja ganz viele Leute da waren, konnten die Bösen in die Flucht geschlagen werden. Mich fragte auf einmal der eine Geist ob ich seine Muschi gesehen habe. So hieß seine Katze. Ich hab ihm gesagt, dass ich ihm suchen helfe und wir sind Richtung Burggraben gegangen. Und dann habe ich ihn umgebracht. Heppi setzt ein schuldbewusstes Gesicht auf. Ich hatte nämlich ein Schatten gesehen, und ihm den gezeigt. Der Geist dachte, das ist seine Katze und ist drauf zu gelaufen. Leider war der Burggraben dazwischen und er hat den direkten Weg genommen. Und dann ist er untergegluckert. Naja, zum Glück war der schon tot und ein paar Stunden später war er wieder da und hat immer noch nach Muschi gesucht.

Und da war da noch das Orakel und die hat gesagt, wir sollen nach Artefakten suchen. Die brauchten wir nämlich, um die Welt der Lebenden und Toten wieder zusammen zu bringen. Und in der Taverne war ein Keller, doch ich durfte da nicht rein, weil da manchmal Untote rauskamen. Aber Brin durfte rein, und Ishta auch (eine andere Kenderin) und Ithillien auch (das war der nette Eldar). Und dann wars schon ganz spät und Arin hat mich ins Bett geschickt. Aber ich bin nur gegangen, weil ich müde war.

Am nächsten Morgen war Brin immer noch nicht da. Und Ithillien hat uns dann gesagt, dass er sich unten in den Gewölben geopfert hatte, damit die anderen rauskommen. Der arme. Da waren wir alle ganz traurig. Arin wollte dann auch da runter, um wenigstens seine Leiche zu holen.

Naja, Jakob, Ragnar (ein Nordmann) und ich haben dann nach dem Frühstück Jakobs Spiele ausprobiert. Nämlich in dem kleinen Essensraum. Und wisst ihr was? Da hatte ein Magier doch tatsächlich seinen Stab, seinen Umhang und eine kleine Kiste in einer Nische vergessen. Da hab ich natürlich die Kiste zu uns rüber geholt, damit die nicht geklaut wird. Und so tolle goldene Würfel, wie da drin waren, hab ich noch nie gesehen! Die waren wirklich aus echtem Gold! Aber Jakob hat sie mir einfach weggenommen. Die Kiste haben wir bei uns auf den Stuhl gestellt, damit auch ja kein Dieb vorbeikommt und sie mitnimmt. Der Magier kam dann wieder und zauberte auf einmal in der Nische. Und dann war da eine rote durchsichtige Wand, wo ich nicht durchgehen konnte. Das war nämlich eine magische Sicherung. Naja, jetzt konnten wir aber die Kiste nicht mehr zurücklegen.

Und die hat er dann auch vermisst. Er hat überall danach gesucht. In seinem Zimmer, in der Taverne, im Burghof. Und dann wurde es ihm zu bunt. Dann hat er nämlich gezaubert und so nach seiner Kiste gesucht. Der hat ganz schön dumm geguckt, als er die dann auf dem Stuhl gefunden hat. Er hat aber nix gesagt, sondern sich nur über seine Schusseligkeit geärgert, weil er die da auf dem Stuhl vergessen hatte.

Ragnar hat den Magier gefragt, ob der nichts aus der Kiste vermisst. Der Magier war sich ganz sicher, dass alles noch da war. Übrigens hat Jakob die Würfel später dem Händler verkauft und den Magier später auf ein Spiel eingeladen. Da ist dem dann aufgefallen, dass seine Würfel weg sind. Und da hat der Magier doch wirklich gedacht, dass Ragnar die geklaut hatte!

Jaja, der Händler. Der hatte vielleicht tolle Sachen. Was ich bei dem alles getauscht habe! Glitzernde Steine, Marderschädel, einen Vogelschnabel, ein Glöckchen, ein Samenkorn, ein Faden, … . Doch dann wurden wir angegriffen und der Handel unterbrochen. Dann stand sein Stand ganz alleine da. Und dabei wollte ich doch noch diesen tollen großen Glitzerstein eintauschen. Dann hab ich ihn schonmal genommen, damit ich ihn später tauschen kann und damit er nicht von den Bösen geklaut wird. Da fällt mir ein, ich habe vergessen, dem Händler was für den Stein zu geben. Naja, wenn ich ihn das nächste Mal sehe, dann kriegt er was ganz tolles von mir. Kann er sich dann was aus meinen Beuteln aussuchen.

Und dann war auf einmal Brin wieder da. Und er war ein Geist und ist durch uns durchgeflogen. Arin hat ihm dann geholfen, da gabs nämlich den Bürokraten und da mussten die Geister ein Formular ausfüllen, was natürlich nicht ging, weil die keinen Stift halten konnten. Jedenfalls hat Arin dann für ihn geschrieben und weil er das Formular falsch ausgefüllt hatte, konnte Brin nicht sterben und ist deswegen wieder lebendig geworden. Aber das war ja auch gut so, weil dann war er nicht tot und wir haben uns alle gefreut, dass er wieder lebt.

Nun war es schon fast abends. Die Hoipolloi hatten auch die Artefakte gefunden – ich leider kein einziges – und die Magier und Priester wollten jetzt ritualisieren. Und ich durfte mitmachen und Flöte dabei spielen. Und das war ganz schön dramatisch, wie sie da alle gestanden und gezaubert und gebetet haben. Und ich habe zusammen mit Luna Musik gemacht. Das war eine total nette Elfin. Und dann auf einmal hat der Eldar in der Mitte vom Ritualkreis vom Boden abgehoben und geleuchtet. Und dann hat eine Stimme zu uns gesprochen, dass den Göttern gefällt, was wir machen, aber das etwas fehlt. Und das sie deswegen Boten zu uns schicken. Und kurze Zeit später – der Himmel war inzwischen blutrot, weil es die Götter wiederum nicht gut fanden, dass die Welten verschmolzen waren, und sie deswegen ganz schön sauer waren und es nur noch eine Frage der Zeit war, dass sie die Welten vernichten – da kamen dann die Boten. Das waren Feuerwesen und sie tanzten in der Nacht und das sah wunderschön aus. Und während sie tanzten, erschienen plötzlich Steinsockel mit offenen Händen aus Stein. Und dann war der Zauber vorbei. Die Wesen verschwanden, die Sockel blieben und da ertönte der Alarmruf. Über die Zugbrücke der Burg marschierte auf einmal eine Armee Untoter. Und das, wo wir doch gerade das Ritual vollbringen wollten, um die Welten wieder zu trennen. Die Krieger und Ritter und Kämpfer sind dann sofort dahingerannt. Das war ja noch ein ganzes Stück weg. Und wir, also die Magier, Priester und ich, haben mit dem Ritual angefangen. Ich stand wieder draußen und habe Flöte gespielt. Die Magier haben die Artefakte auf die Steinhände der Säulen gelegt und es ging los.

Auf einmal kam ein Feuerelementar und wollte uns alle verbrennen. Aber dann war plötzlich das Orakel da und hat gezaubert, sodass niemand an uns herankam. Und die haben ganz schön versucht, in unseren Ritualkreis einzudringen. Dann haben die Magier gezaubert und die Priester gebetet und da leuchtete die erste Säule auf. Wir hörten die Stimme des Sonnengottes, wie er sagte, dass er uns erhört hatte. Dann erstrahlte die zweite Säule und wir hörten die Kriegsgott sprechen. Auf einmal fielen zwei der Magier im Kreis um. Aber ich stand ja nicht bei ihnen, so dass ich auch nicht helfen konnte. Da ertönte die Stimme des dritten Gottes, dem des Wassers. Wieder stürzten einige im Kreis zu Boden. Dann sprach die Göttin der Nacht und der Freude. Und es stürzten die restlichen Menschen im Kreis. Nur Ithillien stand noch. Er musste das Ritual alleine beenden! Doch er konnte es nicht, denn genau in dem Moment durchschritt ein Todesritter die Barriere des Orakels und schlug auf ihn ein. Der Ritter war riesengroß! Und der war vollkommen in eine Rüstung gehüllt. Und Illithien konnte sich nicht wehren, weil er ja mit dem Ritual beschäftigt war. Und da habe ich um Hilfe gerufen, aber die haben alle vorne gegen das Heer gekämpft und haben uns nicht bemerkt. Naja, und weil keiner sonst da war hab ich dann meinen Hupak fester gegriffen und bin auf den Todesritter zugelaufen. „Komm her du doofer Todesritter“, hab ich ihn angeschrien. „Dich mach ich fertig!“ Und dann hab ich ihn mit meinem Hupak auf den Rücken gehauen. Ich hätte zu gerne sein Gesicht gesehen, als er sich umgedreht hat, um mich anzugreifen. Er war bestimmt überrascht. Aber ich konnte es ja nicht sehen, weil sein Helm sein ganzes Gesicht versteckte. Ich wollte ihn auf jeden Fall vom Kreis weglocken und so bin ich ganz schnell losgerannt, damit er mich verfolgt.

Aber nach ein paar Schritten habe ich bemerkt, dass er wieder bei den Magiern war und sie angriff. Da bin ich wieder hin und hab ihn gehaun und bin wieder weg und er wieder hinterher und dann wieder zurück und ich wieder hin und ihn gehaun und er hinter mir her und wieder zurück und ich auch wieder zurück. So ging das ein paar Mal. Und dann hatte er genug, ist weggelaufen und hat sich in die Schlacht gestürzt. Von den Magiern waren auch ein paar wenige wieder aufgestanden. Arin hat mich dann in den Ritualkreis gezogen und mich angeschrien, damit ich bete. Ich wusste gar nicht so richtig, was er von mir wollte. Aber als ich meine Hand auf den Sockel legte, sah ich meinen magischen Ring aufleuchten. Und dann hörten wir die Stimme des Gott des Lebens und dann sind wir alle umgekippt.

Aufgeweckt wurden wir kurze Zeit später von Baki, dem Barden. Und uns wurde klar, dass wir es geschafft hatten! Die Welten waren getrennt, doch wir waren noch in dem Raum dazwischen und mussten ganz schnell durch ein Tor, das sich aufgetan hatte, fort.

Da erschien plötzlich ein riesengroßer Dämon, mit Flügeln, die größer als ein Scheunentor waren. Der wollte uns alle fressen und unsere Seelen fangen! So wie damals, als Kelis Seele gefangen genommen wurde. Und wir wussten, dass man diesen Dämonen (Havog hieß er) nur im Zweikampf besiegen konnte, weil er dann dieselben Wunden erlitt wie sein Gegner. Dafür musste natürlich der Gegner sterben. Und trat auf einmal ein tapferer Held aus unseren Reihen und forderte ihn zum Zweikampf! Ha, und der hat den vielleicht fertig gemacht! Aber wie gesagt, dafür musste auch er sterben. Die anderen alle wollten so schnell wie möglich aus der Burg und durch das Tor verschwinden. Sie schlugen die letzten Bösewichter, die dort noch standen, tot und so entkamen wir aus dieser Geisterwelt.

Also ich muss sagen, es hat mir großen Spaß gemacht, endlich wieder ein so tolles Abenteuer zu erleben. Das nächste Mal, wenn Brin in so ein dunkles Gewölbe geht, dann gehe ich mit ihm! Immer muss man nämlich auf die Menschen aufpassen, damit denen nichts passiert. Genau wie bei dem Ritual. Aber meine Lieben, Heppi passt auf euch auf :-).

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  Zuletzt geändert am 16 September 2007 10:33 Uhr  
   
   
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