Orden des Rondus

   

Brin Liegerfeld
Conberichte

Traak, Schatten der Vergangenheit, aus Sicht des Brin Liegerfeld:

Eines schönen Tages, nach dem Gebet und den ersten Gottesdiensten wurde ich zum Hohepriester des Tempels gerufen, welcher mir sagte, dass die Zeit gekommen sei um zu meinem neuen Ritter, Filius Drachenfaust, aufzubrechen. Er sandte mich mit Filius Arin in Richtung Traak um dort mit ihm und Filius Drachenfaust, in dessen Obhut ich zuvor übergeben werden sollte, den Orden zu vertreten. Ich erfuhr auf dem Weg, dass der Tempel einen Brief, der Tochter des dort ansässigen Herren erhalten hatte, in welchem sie uns um Hilfe ersuchte.
In dem Gasthaus, in dem wir auf meinen zukünftigen Ritter treffen sollten kamen wir zu später Stunde und nach unzähligen Meilen Fußmarsch an. Dort trafen wir auf die verschiedensten Menschen und Wesen. Eine Kenderin namens Heppi, vor der ich meine Habseligkeiten gut zu schützen wusste, einen Nordmann mit Namen Knut, der von einer Edlen mit Namen Dianell Dibiona Reflago verfolgt wurde, welche sich später uns anschloss, Spielleute, die von ihrer Familie getrennt worden waren und selbige jetzt suchten, einen Waldläufer, welcher uns eigentlich auf der weiteren Reise begleiten wollte, sich dann aber im Wald nach Traak begab, so dass ich ihn erst dort wiedertraf und viele andere, die ich dort zum ersten und vorerst zum letzten male sah. Jedoch traf Filius Drachenfaust nicht in der Taverne ein, so dass wir uns am nächsten Tage allein auf den Weg nach Traak machten, in der Hoffnung ihn dort zu treffen. Dietbert, ein Kämpfer für den Orden, der uns bis dahin begleitet hatte verließ uns nun doch gesellte sich Reyk der Quartiermeister zu uns. Und auch die Kenderin kam mit uns und hielt uns bei unzähligen Gelegenheiten bei guter Laune. Auf der weiteren Reise stießen auch Jakob, ein Spieler und seine Frau Johanna sowie ein dem Orden verbundener Späher, genannt Rainhold, zu uns. Meinen Ritter jedoch sollten wir auch auf Traak nicht treffen. Ich hoffe es geht ihm gut, Rondus behüte ihn! Wie sich später herausstellte, sollte ich mit dem seltsamen Waldläufer ein gemeinsames Schicksal teilen, doch dazu später mehr. Am Abend, als wir die Insel Traak nach einer Fahrt mit dem Schiff und schließlich auch die Burg erreichten, und gerade mit dem Errichten der Zelte fertig waren, bebte plötzlich die Erde. Später erfuhren wir, dass die anderen Gäste des Herzogs gerade das Abendmahl hielten, was wir wegen unserer späten Ankunft verpassten. Jedoch waren die Köche gnädig und gereichten uns noch eine warme Mahlzeit. Wir waren fast fertig als drei fremdländisch sprechende Männer uns berichteten, dass die Speisen vergiftet worden seien sollten. Uns blieben die wohl mundenden Gerichte augenblicklich im Halse stecken. Filius Arin vergewisserte sich sofort ob tatsächlich Gift unter die Speisen gemischt worden war, fand jedoch nichts, was uns alle sehr beruhigte. Später erfuhren wir, dass das Essen der anderen Gäste von zwei Küchenjungen tatsächlich vergiftet worden war, und viele daran erkrankten. Ich danke Rondus, dass wir uns verspäteten und deshalb Speisen bekamen, die offensichtlich nicht vergiftet waren. Die Küchenhilfen wurden am nächsten Tag für ihre Tat mit dem Tode bestraft.
Noch bevor wir mit dem Essen fertig waren hörten wir Schreie und Kampfesgebrüll vom Hof und es zeigte sich, was dieses Erdbeben verursacht hatte. In der Burg waren die Welt der Toten und die Unsere überlagert, und Geister und Dämonen tummelten sich überall, die Edlen und Mutigen stellten sich dem Kampf und schlugen die Brut auch bald in die Flucht. Viele Male wurden wir diesen Abend noch angegriffen und alle gaben ihr bestes. Ich wurde leicht verwundet und von tüchtiger Hand versorgt, so dass es mir schnell besser ging. Erstaunlich war, dass viele Orks auf unserer Seite kämpften, ich war über ihre doch annähernd zivilisierte Art sehr überrascht. In einem Keller wurden mit meiner Hilfe zwei Dämonen vernichtet, die unschuldige Menschen folterten und verstümmelten. Ich sah, wie einer von ihnen sich in grünen Schleim auflöste und seine Knochen zu Staub zerfielen. Danach suchte ich die abgetrennten Körperteile der Opfer, damit Heiler sie wieder anwachsen lassen konnten.
In tiefer Nacht drängten wir die Dämonen in die Gewölbe unter der Burg zurück und ich wurde mit einem Eldar, der Kenderin Ishta, dem Waldläufer, den wir bereits in der Taverne trafen und dessen Name Maren, wie ich in den Gewölben erfuhr, war, sowie zwei weiteren Kriegern im Dungeon gefangen, als sich hinter uns unerwartet die Tür schloss und niemand sie mehr zu öffnen vermochte. Glücklicherweise konnte der Eldar magisch Licht machen, sonst wären wir wohl dort unten nicht sehr weit gekommen. Nach ein paar Biegungen in diesem Labyrinth, stellte sich heraus, dass selbiges mit Unmengen an Fallen ausgestattet war. Beinahe verloren wir einen Krieger, der in Treibsand trat. Wir überquerten das Hindernis mit Hilfe seines Schildes, jedoch konnte er dieses nicht mehr retten. Einige Ecken weiter wurden wir von Dämonen erwartet, die einen der zwei Krieger töteten, bevor wir sie überwältigen konnten. Meine von Arin gesegnete Axt schien dabei ganz besonders gut zu wirken. Es traf den überlebenden Krieger sehr, denn der Tote war sein Bruder. Nach weiteren Gängen, die wir nur kriechend durchqueren konnten kamen wir in ein Labor, was jeden kurzzeitig lähmte, der einen Laut von sich gab. Es war mit unzähligen Tränken und Phiolen vollgestellt, die wir aber nicht untersuchen konnten, denn einen Gang weiter mussten wir den Waldläufer aus einer tiefen Grube retten in die er gefallen war als er für uns den Weg erkundete. Danach stellten wir erschreckt fest, dass sich in diesem unheiligen Ort die Wände verschoben, so dass ein Rückweg in das Labor unmöglich war. Nachdem Maren vom Eldar geheilt wurde, konnten wir uns weiter vorwagen. Nach einiger Zeit kamen wir zu einem Durchgang, bei dessen Durchtreten einem Jeden die Luft in den Lungen gefror. Der Eldar versuchte mittels Musik, bei der ich ihn mit meiner Maultrommel unterstützte, und Runen hinter den Zauber zu blicken, jedoch zerplatzte die Rune, was ihn sichtlich verunsicherte, da dies noch nie geschehen war. Als wir uns schließlich alle überwunden und mit einigen Erfrierungen das Loch passiert hatten, fanden wir uns in einem eiskalten Raum wieder, in dem alles von einer dicken Eisschicht und Schnee überdeckt war. Nach kurzem Suchen fiel uns ein eingefrorener Text auf einem Tisch auf, der ein Rätsel enthielt, dessen Lösung uns das Verlassen des Raumes ermöglichen sollte, da der zweite Durchgang am andern Ende des Raumes nicht passierbar war. Der Waldläufer versuchte einen anderen Weg zu finden um aus diesen Gewölben zu entfliehen und verließ die Kammer auf dem Weg, wie er sie betreten hatte, mit schweren Erfrierungen passierte er das magische Tor ein zweites Mal und kroch allein in die Dunkelheit. Wir rätselten weiter, riefen die Folterknechte, die leise zu hören waren um Hilfe doch kamen nicht voran. Erst als Maren zurückkam gelang es dem Eldar glücklicherweise in dem Moment als der Waldläufer das Eingangstor passierte und bewußtlos liegen blieb, unter Schmerzen durch das Ausgangstor zu treten. So also war des Rätsels Lösung, doch musste einer sich opfern damit die anderen entfliehen konnten. Da ich wusste, ich würde wiedergeboren werden, stellte ich mich zur Verfügung das Tor zu öffnen, damit die anderen diesen kalten Ort verlassen konnten. Als ich den Raum durch den Eingang verließ, trug der Krieger den bewußtlosen Waldläufer durch den Ausgang, was letzterer, wie ich später feststellen sollte, nicht überlebte. Die Kenderin verließ den Raum als ich unter unerträglichen Schmerzen wieder hinein kroch, bewußtlos liegen blieb und kurze Zeit später starb.
Ich erwachte als körperloses Wesen, was mich sehr irritierte, kein Rondus, der mich empfing und keine Wiedergeburt. Es zog mich zu einem Ort, an dem ich einen Bürokraten erwartete, jedoch war dort niemand. Ich wartete und versuchte mich in dieser neuen Situation zurechtzufinden. Weder das spielen meiner Maultrommel noch die Anwesenheit von Arin und Heppi, die ich zwar sah, aber weder berühren noch verstehen konnte, vermochten mich aus meiner Verzweiflung zu holen. Erst als sich ein weiterer erzürnter Geist und der sehr vergnügte Waldläufer bei mir einfanden, ich mit ihm reden und dich ich berühren konnte, verzog sich meine Verstimmung. Vielleicht war das ja normal. Um die Wartezeit auf den Bürokraten zu verkürzen beschlossen wir die Burg etwas zu erkunden. Der Waldläufer hatte offensichtlich Spaß daran durch Menschen durchzugehen und auch ich verlor bald die Scheu. Es war befreiend, dass kein Hindernis uns aufhalten konnte, wir platzten in die Audienz des Herzogs mit einem Magier herein und genossen die Aufmerksamkeit, auch wenn wir niemanden hören konnten. Der mir unbekannte Tote richtete seinen Finger auf eine der Wachen die ihn in der Folterkammer getötet hatten, seine Gefährten schlossen aus der Gestik das richtige uns setzten den Unhold fest. Als die Sonne schon im Zenit stand, fand sich der Bürokrat in seinem Amtszimmer ein. Es war verwunderlich, denn er konnte sich mit Lebenden und Toten verständigen. Er gab uns ein Buch in dem unleserliche Texte zur Erklärung alles Folgenden standen und war nicht gewillt uns beim übersetzen der Schriften zu helfen. Dann gab er uns Nummern und Anträge, die ich mit Hilfe von Filius Arin ausfüllte. Nach einigen Schwierigkeiten, viel vergangener Zeit und der Bezahlung von 3 Kupfer entließ mich der Bürokrat wieder als Lebenden Menschen aus seinem Amtszimmer. Arin und die anderen waren sichtlich glücklich doch ich weiß nicht, wie ich dieses werten soll, denn offensichtlich wurde ich dem Kreise der Wiedergeburt nicht zugeführt sonder bin so ins Leben zurückgekehrt. Oder vielleicht war dieser Bürokrat Rondus und ich habe ihn nur nicht erkannt? Wieder unter den Lebenden half ich Dianell und den anderen die geheimnisvollen Artefakte zu suchen, die nach Aussage eines Orakels nötig waren um die Dimensionen wieder zu trennen, jedoch fanden wir nichts. Ich focht erst zögerlich gegen die erneut anrückenden Untoten und Dämonen, hielt dreie der Brut davon ab in die Taverne einzudringen, in der sich Dianell und Johanna versteckten, in dem ich durch den Türspalt mit ihnen kämpfte. Lieber feige und lebendig als mutig und tot, dachte ich mir dabei. Doch als einer der fremdländischen Kämpfer über einem Verletzten kniend von einer Überzahl angegriffen wurde, rief ich alle in der Taverne zusammen, die eine Waffe tragen konnten und wir stellten uns dem Feind. Doch schon wenige Momente später sah ich mich alleine vier Gegnern gegenüber, als mich ein schwerer Schwerthieb in den Rücken von den Beinen holte. Liegend versuchte ich mich zu verteidigen doch schon bald wurde es dunkel. Ich erwachte unter Schmerzen und sah eine Frau sich über mich lehnen und magische Worte sprechen. Diese Worte heilte meine Wunden, so dass ich kurze Zeit später wieder kräftig genug war mich in der Taverne in Sicherheit zu bringen. Mein Kettenhemd war zerstört und meine Kleidung hing nur noch an Fetzen an mir, doch sollten die Dämonen mir diesen Frevel gegen Rondus büßen. Beim nächsten Angriff stand ich in forterster Front und kämpfte mit vielen meiner Verbündeten. Jedoch setzte ein Feuerelementar bald meine Kleidung in Brand und schreiend am Boden liegend sah ich nur noch den Schild eines Dämons auf meinen Hals herniedersausen. Verbrannt und Enthauptet wandelte ich erneut durch die Burg, bis mich der Bürokrat zum zweiten Male zurücksandte. Als Geist beobachtete ich den ersten Versuch das Ritual zur Trennung der Sphären durchzuführen, was aber misslang, wie ich später erfuhr. Glücklicherweise hatte ich noch Kleidung zum wechseln mit, denn die verbrannten und zerschnittenen Gewänder konnte ich nicht weiter tragen.
Ich bin zutiefst in meinem Glauben erschüttert, denn auch dieses mal kam ich zurück und ging nicht in Rondus’ Reich ein. Nachdem ich aber zum zweiten mal gestorben und zurückgekehrt war, war ich so verängstigt, dass ich nicht mehr gegen diesen übermächtigen Feind zu kämpfen vermochte, ich flehte Rondus an Filius Drachenfaust zu schicken doch erhörte er meine Gebete nicht, was meinem bereits angeschlagenen Glauben und der Zuversicht nicht zugute kam. Ich zog mich in die Burg zurück und beschützte Dianell, Johanna und den schwer verletzten Reyk, der bewußtlos im Rittersaal lag und von Jakob dem Spieler versorgt wurde. Später verband ich unter Anleitung des erwachten Reyk eine Wunde von Jakob, die dieser bei einem Vorstoß der Dämonen erlitt.
In tiefer Nacht während eines heftigen Dämonenangriffs, wurde das, zur Zeit meines zweiten Geisterdaseins, misslungene Ritual, an dem Filius Arin, der Eldar, Heppi und viele andere Magier beteiligt waren wiederholt und erfolgreich abgeschlossen, die Sphären schlossen sich doch zuvor trat noch ein Wesen in diese Welt, wie ich es nicht schrecklicher beschreiben könnte. Es hatte riesige Flügel, leuchtend rote Augen. Ein Vasall oder ein abgespaltener Teil seiner selbst in schwerer Rüstung schützte ihn vor den Angreifern. Ein einzelner Held stellte sich dem Ungetüm und als am Ende beide tot danieder lagen, verschwand der geflügelte Dämon im Nichts. Nun holte ich mit Jakob und anderen die Verletzten aus dem Rittersaal und alle versuchten gemeinsam die Burg zu verlassen. Bei einem letzten Kampf vor den Toren wurden die letzten Untoten vernichtet und die Überlebenden konnten fliehen.
Brin Liegerfeld
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  Zuletzt geändert am 31 Januar 2007 12:28 Uhr  
   
   
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