Orden des Rondus

   

Brin Liegerfeld
Conberichte

Trainingslager des Ordens zur Vorbereitung auf Mythodea, aus Sicht des Brin Liegerfeld:

Die Zeit nach den Erlebnissen auf Traak war nicht leicht für mich und ich stellt meinen Glauben und den Orden in Frage. Ich war tot und ich bin nicht in Rondus’ Reich eingegangen. Ich sah keinen Sinn mehr in den Praktiken des Ordens und lehnte mich immer mehr gegen meine Ordensbrüder und –schwestern auf. Um mir ein Ziel zu geben, wies mich mein Ordensvorsteher an im Sommer diesen Jahres mit einigen Filiae nach Mythodea zu ziehen um dort für das Gute zu streiten. Ich war natürlich überhaupt nicht begeistert davon doch fügte ich mich. Um meine Kampffertigkeiten zu schulen wurde ich zu einem Trainingscamp geschickt, was zur Ausbildung derer eingerichtet wurde, die sich diesem Zug nach Mythodea anschließen wollen.

Ich war zu Fuß unterwegs, wie es von mir erwartet wurde. Ich kam gut voran und erkannte am späten Nachmittag das Lager, in welchem ich im Kampf unterwiesen werden sollte. Die Tore weit aufgerissen, keine Wachen und nur wenige Menschen zu sehen. Ein paar Ausbilder, wie sich später herausstellen sollte, empfingen ihre künftigen Schüler an einer großen überdachten Bank. Ich zögerte, weil ich einfach keine Lust auf diese herrische Art und Weise hatte, mit der Schwertlehrmeister gewöhnlich mit ihren Schülern umzugehen pflegen. Statt dessen entschied ich mich wegen der wenigen Wachen einmal das Lager zu umrunden und zu erkundschaften, wie ich dort wieder verschwinden konnte. Obwohl ich mich nicht versteckte, im Gegenteil, ich lief offen herum, wurde ich nicht von Wachen oder Lehrmeistern entdeckt. Was für ein Trainingscamp, dachte ich mir. Hier zu entfliehen würde kein Problem darstellen. Ich ging dann langsam zum Tor und wartete noch eine Weile, ob ich nicht empfangen werden würde, doch nichts geschah. Als dann Maren, den ich auf Traak kennengelernt hatte, der mich aber nicht erkannte, an mir vorbei durch das Tor spazierte, ging ich auch hinein. Ich übergab einem Filius das versiegelte Schreiben, was mir mein Ordensvorsteher für meinen Lehrmeister mitgegeben hatte, tauschte meine Axt gegen eine aus Holz und empfing ein Holzschwert. Gleich darauf sollte ich meine nicht vorhandenen Fähigkeiten zeigen und gegen diesen Schwertmeister kämpfen, was natürlich ein absolutes Desaster war.

Das Training der nächsten Zeit war hart. Es umfasste grundlegendes und spezielles, Einzelkämpfe und Schlachtformationen. Wir spielten Szenarien durch, wie sie in Mythodea auftreten könnten, beschützten die Heiler beim Kräutersuchen und traten nachts gegen die Späher an, welche versuchten Flaggen zu erbeuten. Meine Glaubenskriese brachte mir ein, dass mir Filius Antarion, der Vorsteher des Trainingscamps, der auch den Eingangskampf mit mir focht, mir in einem hitzigen Gespräch in die Handfläche schnitt um mir zu zeigen, dass ich nicht tot war. Und das nur, weil ich ihn ein wenig provozieren wollte, indem ich ihm seine Worte im Munde herumgedreht habe. Der Vorteil davon war, dass ich durch diese Verletzung die hübschen Damen kennenlernte, die in diesem Lager in der Heilkunst ausgebildet wurden und dass deren Ausbilder etwas von seinem ach so kostbaren Brandwein vergießen musste um meine Wunde zu säubern. Ich stieg aus diesem Grund vom Anderthalbhänder zum Einhänder um und stellte fest, dass mir diese Waffe besser lag.

In den Gesprächen mit Filius Antarion wurde mir bewusst, dass ich in meinem Glauben, Rondus hätte mich verlassen oder nie existiert, falsch lag. Ich bat Antarion, als ich beim Training mit Schilden der einzige ohne Wappenrock war, auch einen anziehen zu dürfen, was mir gewährt wurde. Nach dem Training an diesem Tag ging ich in den Tempel, betete und las in den Leeren des Rondus nach, wie ich mich verhalten sollte. Ich stellte fest, dass ich durch meine Zweifel und meine Worte gegen Rondus gehandelt hatte und legte den Rock beschämt wieder ab. Ich beschloss mich in der Küche zu melden um für das leibliche Wohl der Krieger zu sorgen und um Buße zu tun. Zugegeben tat ich das auch, weil mir das Küchenmädchen sehr gefallen hat und ich es vor dem Redefluss des Kochs bewahren oder zumindest etwas ablenken wollte. Die Arbeit in der Küche war hart aber ich wusste, dass ich nicht aufgeben durfte. Selbstverständlich nahm ich weiterhin am Training teil und verbesserte meine Fähigkeiten zusehends. In der Zeit, in der die anderen sich ausruhten arbeitete ich in der Küche oder betete im Tempel, wenn in der Küche nichts zu tun war. Die Wache in der Nacht nahm ich sehr ernst und tatsächlich wurden die Flaggen, die ich zu bewachen hatte nie geraubt. Am letzten Abend wurden alle in den Tempel gerufen um dort einem Vortrag über Mythodea zu lauschen und zu erfahren, wofür wir dort streiten würden. Dieser Vortrag ließ Zweifel und Angst in mir keimen doch mein neu gewonnener Glauben erstickte diese schon sehr früh. Ich werde für Rondus nach Mythodea ziehen und gegen all die untoten Wesen kämpfen, die den Kreislauf des Lebens stören.

Als das Training vorüber war, trat ich erneut gegen Filius Antarion an und erkannte, dass ich deutlich besser geworden war. Ich schaffte es sogar ab und zu ihm einen Treffer zuzufügen.

Bevor es daran ging wieder heim zu kehren wurde jeder Schüler zu den Ausbildern gerufen. So auch ich. In diesem abschließenden Gespräch wies mich Antarion an den Wappenrock des Ordens wieder zu tragen und Buße dadurch zu tun, in Zukunft den Glauben zu schützen und für ihn zu streiten. Dann wurden wir verabschiedet und ich kehrte frohen Mutes zurück zu meinem Orden. Ich werde meine Kampfgefährten wiedersehen, wenn wir nach Mythodea ziehen.

Brin Liegerfeld
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  Zuletzt geändert am 01 Februar 2008 22:50 Uhr  
   
   
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